7. März 2017 / 19:30 Uhr / Festsaal Coselpalais, im Dresdner Piano Salon

Geopolitik verstehen – Folgen und Aussichten nach Obama...

Prof. Dr. Rainer Rothfuß


Prof. Dr. Rainer Rothfuß, ist Geograph und Wissenschaftler, von 2009 - 2015 Professor für politische Geographie an der Universität Tübingen, seit 2004 Berater für transnationales Projektmanagement und als Geopolitik-Analyst und Friedensaktivist tätig.


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Rainer Rothfuß studierte mit Förderung der Studienstiftung des deutschen Volkes Geographie der Entwicklungsländer (Diplom) mit den Nebenfächern Politikwissenschaft und Raumordnung und Entwicklungsplanung an der Universität Tübingen, der Universität Stuttgart und der Universidad de los Andes in Mérida, Venezuela. 2006 promovierte er bei Prof. Dr. Gerd Kohlhepp in Tübingen über "Transnationale Städtenetzwerke als Instrument der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit. 2008 erhielt er einen Ruf auf die Juniorprofessur (W1) für Humangeographie mit den Fach- und Regionalschwerpunkten Politische Geographie, Bevölkerungsgeographie und Entwicklungsländer an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Von 2009 bis 2015 leitete er in direkter Nachfolge des 1897 mit Alfred Hettner erstmals und mit Rainer Rothfuß letztmalig besetzten ältesten Lehrstuhls für Geographie eine Arbeitsgruppe mit den Forschungsschwerpunkten Politische Geographie, Geographische Konfliktforschung, nachhaltige Entwicklung und Elektromobilität. 

 

Insgesamt 14 Doktoranden aus Chile, Brasilien, Deutschland, Niederlande, Nigeria, Rumänien und den USA arbeiteten unter Leitung von Prof. Rothfuß an Forschungsvorhaben in den Bereichen Politische Geographie, interreligiöse Konflikte, Entwicklungsforschung, Elektromobilität, erneuerbare Energien, nachhaltige Entwicklung, partizipative Raumplanung und Verkehrsplanung. Rothfuß lehrte in den Studiengängen Bachelor und Lehramt Geographie sowie im Masterstudiengang Humangeographie – Global Studies, den er mit aufbaute. Schwerpunkte in seiner Lehre waren Politische Geographie, Geographische Entwicklungsforschung, Raumordnung und Umwelt-planung, Stadtgeographie sowie Regionale Geographie der Entwicklungsländer. Prof. Dr. Rainer Rothfuß war von 2009 bis 2015 der Vorsitzende des Prüfungsausschusses Geographie und von 2010 bis 2015 Gründungsmitglied des Beirats für nachhaltige Entwicklung der Universität Tübingen. 

 

Mit seinem wissenschaftlichen Assistenten Dr. Yakubu Joseph aus Gombe, Nigeria, veranstaltete Prof. Rothfuß im Wintersemester 2014/15 eine öffentliche Ringvorlesung im Studium Generale der Universität Tübingen zum Thema "Clash of Civilizations': Feindbilder in interreligiösen Beziehungen und internationaler Geopolitik". Vom wissenschaftlichen Standpunkt der Kritischen Geopolitik – als Teildisziplin der Politischen Geographie – sollten die Mechanismen der Feindbild-Genese als Faktor der Konflikteskalation aus unterschiedlichen fachlichen und räumlich-kulturellen Perspektiven untersucht werden. Unter den Rednern befanden sich u.a. Prof. Dr. Egon Flaig, Prof. Dr. mult. Thomas Schirrmacher, S.K.H. Prinz Asfa-Wossen Asserate, der ecuadorianische Botschafter S.E. Jorge Jurado und der russische Botschafter S.E. Wladimir Grinin. Letzterer sowie der Referent Dr. Daniele Ganser lösten eine Diskussion darüber aus, ob zeitgenössische, kontrovers diskutierte Konfliktthemen an öffentlichen Universitäten behandelt werden und dabei staatliche Vertreter eingebunden werden dürfen. Der Vortrag von Dr. Ganser zum Thema "Die Terroranschläge vom 11. September 2001 und der 'Clash of Civilizations. Warum die Friedensforschung medial vermittelte Feindbilder hinterfragen muss" löste eine breite öffentliche Debatte zum Thema inszenierter Terror und zudem eine Kontroverse um die Transparenz und Unabhängigkeit von Entscheidungsstrukturen bei Wikipedia bezüglich der Darstellung kritischer Wissenschaftler aus. 

 

Rainer Rothfuß ist Mitglied der Christlich-Sozialen Union in Bayern. Er kandidierte 2006 bei den Oberbürgermeisterwahlen in Esslingen am Neckar für die CDU und erhielt 39,91 % der Stimmen gegen Amtsinhaber Dr. Jürgen Zieger (SPD). 2011 wurde Prof. Rothfuß als Oberbürgermeisterkandidat für die CSU in Lindau (Bodensee) einstimmig nominiert. Er zog seine Kandidatur rund zwei Monate vor der Wahl zurück, da der CSU-Ortsverband einen Bürgerentscheid zur Bahnhofsfrage Lindau 21 kippen wollte, den dieser kurz zuvor gemeinsam mit dem Kandidaten initiiert hatte. Gemeinsam mit der daraufhin gegründeten Bürgerinitiative Hauptbahnhof Lindau-Reutin gewann Rothfuß am 18. März 2012 den Bürgerentscheid für einen "Hauptbahnhof in Reutin und eine eingleisige Schienenanbindung der Insel". 

 

Prof. Dr. Rainer Rothfuß wurde am 24. Januar 2015 vom Vorstand der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, Deutsche Sektion e.V. (IGFM) einstimmig für die Wahl zum Geschäftsführenden Vorsitzenden nominiert und am 14. März 2015 von der Mitgliederversammlung einstimmig gewählt. Während seiner Amtszeit setzte er sich nach Forschungsreisen nach Katar und Bangkok für eine Nutzung der Fifa-WM 2022 zur Förderung der Menschenrechte in den arabischen Golfstaaten und für eine Reformierung der langwierigen Verfahren des UNHCR zur Anerkennung pakistanischer Blasphemie-Flüchtlinge in Thailand ein. Nach einem Interview am 27. April 2015 mit dem auf der Krim ansässigen privaten YouTube-Sender NewsFront über den Ukraine-Konflikt übten die (ehemaligen) EVP-Mitglieder des Europäischen Parlaments Michael Gahler (CDU) und Bernd Posselt (CSU) umgehend Druck auf den Vorstand der IGFM aus, um Rothfuß wegen seiner kritischen Äußerungen zur Rolle der EU und NATO sowie ukrainisch-faschistischer Kräfte im Ukraine-Konflikt zum Rücktritt zu drängen. Der Vorstand der IGFM berief daraufhin eine außerordentliche Mitgliederversammlung ein, verbunden mit der Bitte um Stürzung des Geschäftsführenden Vorsitzenden, woraufhin Rothfuß am 17. Oktober 2015 abgewählt wurde. Die IGFM, Deutsche Sektion e.V. geriet bereits mehrfach wegen einseitiger Parteinahme in Menschenrechtsfragen in die Kritik. 

 


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