Offener Brief an ZDF Intendant

FREIE WÄHLER Dresden e.V. / Hoyerswerdaer Str. 28 / 01099 Dresden

 

Zweites Deutsches Fernsehen Anstalt des öffentlichen Rechts 

z. Hd. Herrn Intendanten Thomas Bellut 

ZDF-Straße 1

55127 Mainz

 

Anregung gemäß § 15 Abs. 1  ZDF-Staatsvertrag

Hier: Spendenaktion von Jan Böhmermann

https://www.leetchi.com/c/rechtskosten-fuer-die-lifeline-besatzung

 

Dresden, 3. Juli 2018

 

Sehr geehrter Herr Bellut,

 

das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist in den vergangen Jahren stark in die Kritik geraten und unser Schreiben hat nicht den Anspruch, dies im konkreten zu bewerten.

Wir haben aber mit einiger Irritation festgestellt, dass Herr Böhmermann einen Spendenaufruf für den in Malta festgesetzten Kapitän der „LIFELINE“ ins Leben gerufen hat.

https://www.leetchi.com/c/rechtskosten-fuer-die-lifeline-besatzung

 

Inzwischen hat die Spendenaktion eine Summe über 100.000 Euro erreicht.

 

Herr Böhmermann moderiert eine Sendung beim ZDF und hat dadurch eine erhebliche Reichweite und Bekanntheitsgrad, die ihm sicherlich bei der Spendenakquise von Vorteil ist. Es ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass er diesen Bekanntheitsgrad ohne seine ZDF-Mitarbeit nicht ansatzweise hätte. Er missbraucht somit mittelbar das ZDF für seinen Polit-Aktivismus.

 

Teilen Sie unsere Auffassung, dass man als Moderator einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt sich hinsichtlich politischen Aktivismus eher neutral verhalten sollte?

 

Wir laden Sie zu folgendem Gedankenexperiment ein. Ein Journalist des ZDF hätte voriges Jahr für die Unterstützung der Sea-Star der Identitären Bewegung Spenden eingeworben. Hätte auch er noch für das ZDF weiter arbeiten können? Oder hätte man ihm nahegelegt, die Arbeit zu beenden oder sich deutlich zu distanzieren ...Wir vermuten das Letztere wäre passiert.

 

Aber das ist genau ein Teil der Legitimationskrise, die die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten derzeit von einem großen Teil ihrer Rezipienten erfahren.

 

Wir möchten Sie daher mit unserem Schreiben sensibilisieren, als ZDF-Intendant darauf Wert zu legen, die Neutralitätsgedanken für Ihre Mitarbeiter entsprechend zu erweitern und auch durchzusetzen.

Wir sind uns sicher, dass dies von den Zuschauern, die ja letztendlich den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bezahlen, dankbar aufgefasst wird und der Legitimationskrise aktiv entgegensteuern würde. 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Steffen Große - Kreisvorsitzender FW Dresden e. V.

Torsten Küllig -  Mehr Demokratie Sachsen e. V.

Andreas Hofmann – GF Happy Vibes Medienproduktion GmbH

Barbara Lässig - Selbständig

Frank Hannig – Rechtsanwalt

Jens Genschmar – Stadtrat Dresden

Dirk Kohl - Verleger, Weltbuch Verlag GmbH

 

  • ZDF-Staatsvertrag vom 31. August 1991,
    in der Fassung des Neunzehnten Staatsvertrages zur Änderung rundfunkrechtlicher Staatsverträge (Neunzehnter Rundfunkänderungsstaatsvertrag) in Kraft seit 1. Oktober 2016

  • §5 Gestaltung der Angebote
    (1) In den Angeboten des ZDF soll ein objektiver Überblick über das Weltgeschehen, insbesondere ein umfassendes Bild der deutschen Wirklichkeit vermittelt werden. Die Angebote sollen eine freie individuelle und öffentliche Meinungsbildung fördern

  • §15 Eingaben, Beschwerden
    (1) Jedermann hat das Recht, sich mit Eingaben und Anregungen zu den Angeboten an das ZDF zu wenden.
    (2) Das ZDF stellt sicher, dass Programmbeschwerden, in denen die Verletzung von Programmgrundsätzen behauptet wird, innerhalb angemessener Frist schriftlich beschieden werden. Wird die Programmbeschwerde in Textform eingelegt, so genügt auch für deren Bescheidung Textform. Das Nähere regelt die Satzung.



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Das Hintergrundvideo "Visit Dresden" auf unserer Homepage mit freundlicher Genehmigung von FLIGHTSEEING, welche Weltweit am Boden sowie in der Luft beeindruckende Imagefilme in feinstem 4K produzieren.